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Neu ab 01.01.2027 · für Selbstständige

Der Staat fördert deine Altersvorsorge jetzt auch, wenn du dich selbstständig gemacht hast.

Das neue Altersvorsorgedepot ersetzt die Riester-Rente - mit bis zu 540 € staatlicher Zulage pro Jahr. Und erstmals: ausdrücklich auch für Selbstständige und Freiberufler.

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  • Selbst noch 10+ Jahre vor der eigenen Rente
Was sich konkret ändert

Die pAV-Reform 2027 im Detail

Am 8. Mai 2026 hat der Bundesrat der Reform der privaten Altersvorsorge zugestimmt. Ab 01.01.2027 gelten neue Regeln für Förderung, Garantien und Produktauswahl - hier die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Die neue Cent-je-Euro-Förderformel

Statt einer einkommensabhängigen Mindestbeitragspflicht gilt ab 2027 eine reine Beitrags-Förderung: Auf die ersten 360 € Eigenbeitrag pro Jahr gibt es 50 Cent Zulage je eingezahltem Euro, auf die nächsten Euro bis 1.800 € Eigenbeitrag noch 25 Cent je Euro.

50 Cent
Zulage je 1 € Eigenbeitrag (bis 360 € Jahresbeitrag)
25 Cent
Zulage je 1 € Eigenbeitrag (361 € bis 1.800 €)
540 €
maximale Grundzulage pro Jahr
300 €
maximale Kinderzulage je Kind und Jahr (1:1 bis 300 € Beitrag)
Wichtig für deine Entscheidung: Wer bisher nur den alten Mindestbeitrag eingezahlt hat, bekommt nicht automatisch mehr Zulage - bei sehr niedrigen Beiträgen kann die neue Formel sogar weniger Förderung ergeben als die alte einkommensabhängige Regel. Wer mehr einzahlt, profitiert dagegen oft deutlicher als früher. Das lohnt sich, individuell durchzurechnen.

Vier Wege in der Ansparphase - du wählst die Garantie

Ab 2027 gibt es nicht mehr nur die klassische 100-%-Beitragsgarantie. Jeder Anbieter ermöglicht vier Varianten:

100 % Garantie
Klassisches Garantieprodukt - wie bisher
80 % Garantie
Garantieprodukt mit etwas mehr Renditechance
0 % Garantie
Altersvorsorgedepot ohne Garantie - volle Renditechance
Standardprodukt
Pflicht-Basisprodukt jedes Anbieters, ohne Garantie

Das Standardprodukt: die Eintrittskarte für jeden Anbieter

Jeder Anbieter muss ab 2027 ein einfaches Standardprodukt bereitstellen (Kooperationen sind möglich): ein Sparplan ohne Garantie, mit nur zwei zur Auswahl stehenden Fonds (eine risikoärmere und eine risikoreichere Variante, vom Anbieter vorab festgelegt), gedeckelten Effektivkosten von 1,0 % pro Jahr und einer Online-Abschlussstrecke. Perspektivisch soll zusätzlich ein Standardprodukt eines öffentlichen Trägers hinzukommen.

Mehr Menschen förderberechtigt, neuer Sonderausgabenabzug

Der Sonderausgabenabzug steigt auf maximal 1.800 € Eigenbeitrag zuzüglich Zulagen (bis zu 2.340 € für Kinderlose) - zusätzlich zur direkten Zulage, wenn der Steuervorteil höher ausfällt. Ganz neu: Auch Selbstständige und Mitglieder in Versorgungswerken (etwa angestellte Ärzte und Rechtsanwälte) werden erstmals förderberechtigt - die Zielgruppe wächst um rund 4 Millionen Menschen.

Quelle: VOLKSWOHL BUND, Webinar 'Die Reform der privaten Altersvorsorge', Stand 03.07.2026, sowie Bundesrats-Beschluss vom 08.05.2026. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die finalen gesetzlichen Regelungen und Vertragsbedingungen.

Die 3 Schichten der Altersvorsorge - und wie du sie kombinierst

Bevor es um das Altersvorsorgedepot im Detail geht: Jede Altersvorsorge in Deutschland gehört in eine von drei Schichten. Wer die Unterschiede kennt, weiß sofort, wo sein nächster Euro am besten aufgehoben ist.

1

Basisversorgung

Gesetzliche Rente · Basisrente (Rürup)

Die Pflichtbasis: gesetzliche Rentenversicherung für Angestellte, freiwillige Basisrente (Rürup) vor allem für Selbstständige. Der Staat fördert hier über den Steuerabzug, nicht über eine Zulage.

Vorteile
  • Beiträge zu 100% steuerlich absetzbar (seit 2023), bis 30.826 €/Jahr (2026, Ledige) bzw. 61.652 € (Verheiratete)
  • Für Selbstständige oft der einzige Weg, in großem Volumen Steuern zu sparen
  • Pfändungsschutz
Nachteile
  • Nur lebenslange monatliche Rente - keine Kapitalauszahlung möglich
  • Grundsätzlich nicht vererbbar (Ausnahmen nur eng gefasst)
  • Volle Versteuerung in der Rentenphase mit persönlichem Einkommensteuersatz
  • Kein vorzeitiger Zugriff, keine Flexibilität
Sinnvoll für: in erster Linie sehr hohe Einkommen mit hohem Grenzsteuersatz - die Steuerersparnis heute muss die Unflexibilität im Alter rechtfertigen. Für die meisten Selbstständigen ist Schicht 2 der bessere erste Baustein.
2

Geförderte Zusatzvorsorge

Altersvorsorgedepot (neu) · bAV

Das neue Altersvorsorgedepot (Riester-Nachfolger, ab 01.01.2027) für Selbstständige - oder die betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber. Hier zahlt der Staat direkt mit, unabhängig vom eigenen Steuersatz.

Vorteile
  • Direkte staatliche Zulage: 50% auf die ersten 360 €/Jahr, 25% bis 1.800 €/Jahr - bis zu 540 €/Jahr, unabhängig von deinem Steuersatz
  • Bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind und Jahr obendrauf
  • Anlage am Kapitalmarkt (Aktien, Fonds, ETFs) statt Sparbuch-Verzinsung
  • Pfändungsschutz
  • Flexiblere Auszahlung als früher: Auszahlplan, lebenslange Rente oder Kombination
Nachteile
  • Förderung ist gedeckelt - ab 1.800 €/Jahr Eigenbeitrag gibt es keine weitere Zulage mehr
  • Kapital gebunden bis 65 bzw. gesetzlichem Rentenbeginn - vorzeitige Entnahme ist förderschädlich (Zulagen und Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden)
  • Versteuerung in der Rentenphase mit persönlichem Einkommensteuersatz
  • bAV häufig nur als monatliche Rente ohne Kapitaloption
Sinnvoll für: praktisch jeden - dies ist der Baustein, den du zuerst bis zur vollen Förderung auffüllen solltest (150 €/Monat = 1.800 €/Jahr), bevor Schicht 3 ins Spiel kommt.
3

Flexible Privatvorsorge

Versicherungsmantel · Fondspolice

Alles, was über die geförderte Schicht 2 hinausgeht, gehört hierhin: freie Vorsorge über einen Versicherungsmantel, ohne Zulage, dafür mit voller Flexibilität und einem eigenen Steuervorteil am Ende der Laufzeit.

Vorteile
  • Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalauszahlung: nur die Hälfte der Erträge wird besteuert (Voraussetzung: Vertrag ≥ 12 Jahre gelaufen und Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr)
  • Kein Zulagen-Limit, keine feste Beitragsgrenze
  • Alternativ: Verrentung mit Rentenfaktor, dabei wird nur der Ertragsanteil besteuert
  • Kein Verrentungszwang, volle Gestaltungsfreiheit bei Ein- und Auszahlung
Nachteile
  • Keine direkte staatliche Förderung
  • Kein Steuerabzug während der Ansparphase
  • Steuervorteil greift erst nach 12 Jahren Laufzeit + ab 62 - bei kurzen Laufzeiten kaum Vorteil gegenüber einem einfachen ETF-Depot
Sinnvoll für: alle, die in der Rentenphase steuerlich flexibel bleiben wollen und deren Sparrate über die volle AVD-Förderung hinausgeht.

Die optimale Reihenfolge - kurz gefasst

Schritt 1

Schicht 2 (Altersvorsorgedepot) bis zur vollen Förderung auffüllen - 150 €/Monat, das holt die kompletten 540 €/Jahr Zulage plus Kinderzulage.

Schritt 2

Prüfen, was über den Arbeitgeber an bAV möglich ist, falls angestellt bzw. zusätzlich beschäftigt.

Schritt 3

Jeden weiteren Euro in Schicht 3 investieren - außer bei sehr hohem Steuersatz, dann lohnt zusätzlich ein Blick auf Schicht 1 (Basisrente).

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Kostenloser Report zum Download oder live im Sonntags-Webinar dabei sein - beides unverbindlich.

Kostenloser Report

„So schließt du deine Rentenlücke“ - mit Zinseszins-Rechenbeispielen und unseren drei Portfolio-Linien.

Sonntags-Webinar, 15 Uhr

Live mit Jan Ruhoff & Marius Plattfaut - jede Woche, mit Fragerunde. Im Anschluss direkt buchbar: ein persönliches Erstgespräch.

Dein persönlicher Schichten-Rechner

Ein paar Angaben - und du siehst, wie sich dein Sparbetrag optimal auf die drei Schichten verteilt, plus deine staatliche Förderung im Detail.

Was tatsächlich auf deinem Konto ankommt - wir rechnen daraus deine ungefähre Steuerbelastung zurück.
Zum Beispiel als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, UG oder AG. Dann läuft Schicht 2 über die Direktversicherung (bis 676 Euro/Monat brutto) statt über die AVD-Zulage.
0
Dein optimaler Schichten-Mix bei 250 €/Monat
Schicht 1
0 €
Schicht 2
150 €
Schicht 3
100 €
Dein geschätzter Grenzsteuersatz
30%
AVD-Zulage / Jahr
540 €
davon Kinderzulage
0 €
Über 20 Jahre (nur Zulage)
10.800 €
Deine Steuerprogression 2026
0 %
0 € bis 12.348 €
14-24 %
12.348 € bis 17.799 €
Dein Satz: 30%
24-42 %
17.799 € bis 69.878 €
42 %
69.878 € bis 277.825 €
45 %
277.825 €+
Budget/MonatSchicht 1Schicht 2Schicht 3
50 €0 €50 €0 €
100 €0 €100 €0 €
250 €0 €150 €100 €
500 €0 €150 €350 €
1.000 €0 €150 €850 €
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Vereinfachtes Modell auf Basis des Einkommensteuertarifs 2026 (§32a EStG) und der offiziellen AVD-Eckwerte. Netto-Brutto-Rückrechnung und Grenzsteuersatz sind Näherungswerte ohne Kirchensteuer und ohne individuelle Sonderausgaben, keine Steuerberatung. Bei 'Bruttogehalt: Ja' rechnet Schicht 2 nach § 3 Nr. 63 EStG (Direktversicherung); die Netto-Ersparnis ist eine proportionale Modellrechnung auf Basis von 676 Euro brutto entsprechen rund 372 Euro netto bei gleichem Aufwand (Details siehe GGF-Vorsorge-Report).